1x Patient, 1x Geschichte

1992 wurde die Europäische Union (EU) gegründet. „Bodyguard“ mit Whitney Houston und Kevin Costner in den Hauptrollen spielte Millionen an den Kinokassen ein. Der Bosnienkrieg begann. Und das World Wide Web, wie wir es heute kennen, wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Für unseren Patienten Thomas steht das Jahr 1992 für den Beginn seiner persönlichen Leidensgeschichte: seine erste chronische Wunde.

 

„Es begann mit einer Wunde am Bein, die zu einem chronischen Ulkus wurde“, so Thomas am Telefon. „Grundursache ist im Prinzip ein postthrombotisches Syndrom, welches nach einer tiefen Thrombose entstanden ist, später kam dann noch Diabetes hinzu“. Unter PTS versteht man eine gestörte, venöse Durchblutung, der Rückfluss des Blutes zum Herz ist gestört (das Blut wird in der Lunge mit Sauerstoff angereichert und über das Herz durch die Arterien in alle Körperzellen transportiert und anschließend über die Venen zurück zum erneuten anreichern mit Sauerstoff zurück transportiert), die Folge davon ist unter anderem eine Schwellung der Beine, weil Wasser ins Gewebe gedrückt wird und sich dort als sogenanntes Ödem einlagert.  

Als unsere Wundexpertin Diana das Wundmanagement von Thomas übernahm, kam er gerade aus dem Krankenhaus. Infektionen in seinen offenen Wunden zwangen ihn in seiner Vergangenheit immer wieder zu 10-12 wöchigen Krankenhausaufenthalten. „Von der ersten Sekunde an hatte ich das Gefühl bei ihr gut aufgehoben zu sein“, berichtet Thomas am Telefon. „Schwester Diana“, wie Thomas sie nennt, schlug dem behandelnden Arzt eine Wundversorgung mit Erfolg vor, bei der abwechselnd mit antimikrobiellen und antibakteriellen Materialien gearbeitet wird. 
 
„Weil die erhöhte Keimlast bei meinem Patienten rezidivierend ist. Aufgrund der hohen Exsudation der Wunde, wurde diese mit einem Superabsorber, der sich durch seine hohe Retentionsfähigkeit auszeichnet, abgedeckt. Dazu haben wir mit punktueller Druckentlastung, regelmäßige Gefäßprüfungen, Kompressionstherapie und dem Fokus auf Hautpflege gearbeitet,“ so erläutert Diana. 
 
Die gewählte Kombination führte zum Erfolg. „Ich bin seit einem Jahr nicht mehr im Krankenhaus gewesen“, berichtet Thomas stolz. „Auch mit ernsthaften Infektionen in den Füßen habe ich nicht mehr zu kämpfen“. Der 61-Jährige kann immer öfter sein Schlafzimmer verlassen. Auch gemeinsame Spaziergänge mit Kersten, seiner Frau, und Lümmel, seinem Dackel, entlang der Stör sind wieder möglich. Und selbst seinem Handball-Trainer-Dasein kann er wieder mit Verve nachgehen. „Die Begegnung mit der Jugend hält mich jung. Und motiviert mich“.